Projekt "Abklärung des Qualifikationsbedarfs im Bereich Frühe Förderung und Sprachförderung"

Ausgangslage

Der Vorstand von SAVOIRSOCIAL hat sich 2015 eingehend mit den Entwicklungen im Bereich der frühen Förderung der vergangenen Jahre auseinandergesetzt. In einem ersten Schritt verfasste die Geschäftsstelle ein Grundlagenpapier zum Thema. Dieses gab verschiedene Begriffsdefinitionen wieder und skizzierte die der frühen Förderung zugrunde liegenden Bildungskonzeptionen. Ebenso zeigte es die verschiedenen Aktivitäten von Bund und Kantonen in der frühen Förderung und die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen auf. Diese Akteure verknüpfen mit der frühen Förderung verschiedene bildungs-, integrations-, gesundheits- sowie arbeitsmarktpolitische Zielsetzungen und versprechen sich davon auch einen grossen volkswirtschaftlichen Nutzen. Weiter wurden darin auch die zahlreichen in die frühe Förderung involvierten Berufspersonen und -gruppen beschrieben und eine erste Übersicht über die bestehenden Weiterbildungsangebote für diese Berufsgruppen bzw. Projekte zur Stärkung der pädagogischen Qualität erstellt. Die Auslegeordnung ergab, dass es unklar ist, ob und in welchem Ausmasse die zahlreichen in die frühe Förderung involvierten Berufspersonen und -gruppen die fachlichen Anforderungen an sie auch tatsächlich erfüllen. Deshalb kam der Vorstand von SAVOIRSOCIAL zum Schluss, dass für eine Analyse zur Klärung des effektiven Qualifikationsbedarfs in der frühen Förderung und Sprachförderung ein entsprechendes Projekt durchgeführt werden soll. Im Februar 2016 erteilte der Vorstand von SAVOIRSOCIAL den Auftrag für das entsprechende Projekt der Firma BASS (Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien) aus Bern.

Projekt

Projektziele

Mit dem Projekt werden folgende Ziele verfolgt:

  • (einleitende) Beschreibung des Arbeitsfeldes und der darin tätigen Berufsgruppen sowie Definition des Begriffs frühe Förderung
  • Beschreibung der aktuell vorhandenen Kompetenzen der in diesem Arbeitsfeld tätigen Berufspersonen, insbesondere der Elternbildner/innen, der (sozial)pädagogischen Familienbegleiter/innen, der Betreuungspersonen in Kindertagesstätten und Kinderheimen (v.a. der Fachpersonen Betreuung, Sozialpädagog/innen und Kindererzieher/innen HF), der Spielgruppenleiter/innen, der (Koordinator/innen von) Tages- und Pflegeeltern im Bereich frühe Förderung und Sprachförderung (IST-ZUSTAND)
  • Definition des Qualifikationsbedarfs im Bereich frühe Förderung und Sprachförderung bezogen auf die einzelnen Berufsgruppen (SOLL-ZUSTAND).
  • Beschreibung, wie ein allfälliger Qualifikationsbedarf sinnvollerweise gedeckt werden kann, beispielsweise über eine Anpassung bereits bestehender Bildungsgrundlagen (im Falle eidgenössisch reglementierter Berufe), in Form von Weiterbildungsangeboten (nicht formale Bildung) oder in Form zusätzlicher eidgenössisch reglementierter Berufsbildungsabschlüsse (formale Bildung) oder in Form des Einbezugs zusätzlichen Expertenwissens bzw. weiterer Fachpersonen in den einzelnen Institutionen.
  • Im Falle, dass ein Bedarf nach zusätzlichen Berufsbildungsabschlüssen festgestellt wird, sollen Empfehlungen für deren Entwicklung formuliert werden.

Methodisches Vorgehen
Neben einer fundierten Literatur- und Dokumentenanalyse steht im Zentrum des Projekts eine Delphi-Umfrage bei 100 Expertinnen und Experten aus allen Bereichen der Frühen Förderung. Die Expert/innen werden zur Thematik des Projekts mittels Fragebogen befragt. Dieselben Personen validieren die Umfrageergebnisse in einem zweiten Schritt. Die Delphi-Methode eignet sich zur Einschätzung von zukünftigen Ereignissen und ist auf Konsens zwischen Expert/innen ausgelegt. Zur breiten Diskussion der Umfrageergebnisse und weiterer Projektschritte wird eine ebenfalls breit aufgestellte Begleitgruppe eingesetzt.

Projektdauer
März 2016 – März 2018

Einbezug interessierter Organisationen
Bereits im Vorfeld zur Projektvergabe wurden verschiedene Fach- und Berufsverbände über das Projekt informiert. Diese Kreise werden in den kommenden Wochen erneut kontaktiert und für eine Mitarbeit als Teilnehmende der Delphi-Befragung und/oder in der Begleitgruppe angefragt.

Dokumente

Projektzuständige bei SAVOIRSOCIAL
Fränzi Zimmerli

aktualisiert: Dezember 2016