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Fachmann/-frau Betreuung In der Laufbahn anzeigen

  • Für Berufsinteressierte
  • Für Lernende
  • Für Fachpersonen

Fachmänner/-frauen Betreuung begleiten Menschen aller Altersstufen mit oder ohne körperliche, geistige, psychische oder soziale Beeinträchtigung. Je nach Fachrichtung arbeiten sie in Einrichtungen für Kleinkinder oder Kinder und Jugendliche im Schulalter, in Institutionen für Erwachsene mit Beeinträchtigungen oder für Menschen im Alter. Sie unterstützen und fördern ihre Klient/innen im Alltag und in der Freizeit, z.B. bei der Körperpflege, im Haushalt oder bei der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Dabei gehen sie von den bestehenden Ressourcen der betreuten Menschen aus und achten auf deren Erhaltung und Entfaltung. Die Selbstständigkeit und die Selbstbestimmung der Klient/innen stehen im Zentrum. Teamarbeit wird grossgeschrieben.

Weiterführende Informationen:

Die berufliche Grundbildung zur Fachfrau/zum Fachmann Betreuung dauert drei Jahre und führt bei erfolgreichem Abschluss zu einem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ). Sie kann entweder in einer der drei Fachrichtungen (Behinderten-, Kinder- oder Betagtenbetreuung) absolviert werden oder als generalistische Variante, welche alle drei Fachrichtungen vereint.

Es gibt zwei Formen der Ausbildung:

1. Duale Ausbildung

Die Lernenden haben einen Lehrvertrag und arbeiten in einem Lehrbetrieb. An durchschnittlich eineinhalb Tagen pro Woche haben sie Unterricht an der Berufsfachschule. Ergänzend besuchen sie tageweise die überbetrieblichen Kurse. In der Deutschschweiz wird ausschliesslich die duale Ausbildung angeboten.

2. Schulische Ausbildung

In der schulisch organisierten Grundbildung sind die Lernenden mehrheitlich in der Schule und sammeln die praktischen Erfahrungen blockweise in Form von Praktika. Diese werden von der Schule organisiert. Interessierte Personen melden sich direkt bei der Schule an. Diese Ausbildungsform wird ausschliesslich in der Romandie angeboten.

Hinweis zu unabhängigen Praktika vor Lehrbeginn:

Die berufliche Grundbildung zur Fachfrau/zum Fachmann Betreuung kann direkt nach Abschluss der obligatorischen Schule begonnen werden. Das Absolvieren von ausbildungsunabhängigen Praktika ist weder vorgesehen noch erwünscht. SAVOIRSOCIAL setzt sich dafür ein, dass die Einstiegshürden in die berufliche Grundbildung Fachfrau/Fachmann Betreuung in Form von Praktika abgebaut werden.

Bei guten schulischen Leistungen kann während oder nach der beruflichen Grundbildung die Berufsmittelschule besucht werden. Die konkreten Aufnahmebedingungen und das Aufnahmeverfahren sind kantonal geregelt. Informationen erteilt das zuständige kantonale Amt für Berufsbildung.

Wer sich für den Beruf Fachmann/-frau Betreuung interessiert, sollte folgende Voraussetzungen mitbringen:

  • Abschluss der obligatorischen Schule (9 Schuljahre), mittlere oder oberste Schulstufe mit guten Leistungen
  • gute schriftliche und mündliche Kenntnisse der entsprechenden Landessprache
  • Freude am Umgang mit Menschen
  • Geduld und Einfühlungsvermögen
  • Flexibilität
  • Teamfähigkeit
  • Bereitschaft, unregelmässig und auch mal am Wochenende zu arbeiten
  • körperliche und psychische Belastbarkeit

Erwachsene, die bereits Berufserfahrung in der Betreuung mitbringen, können die berufliche Grundbildung als Fachfrau / Fachmann Betreuung in verschiedenen Varianten absolvieren.

1. Verkürzte Grundbildung:

Wer das 22. Altersjahr vollendet hat und schon mindestens zwei Jahre zu mindestens 60 Prozent im Berufsfeld Betreuung (in einer Institution) angestellt war, kann die berufliche Grundbildung in zwei statt drei Jahren absolvieren. Es wird ein entsprechender Lehrvertrag mit einem Betrieb abgeschlossen. Das zuständige kantonale Amt für Berufsbildung entscheidet, ob die betroffene Person die Voraussetzungen für eine verkürzte Lehre mitbringt.

2. Anmeldung zum Qualifikationsverfahren (BBV 32):

Wer über mindestens fünf Jahre Berufserfahrung verfügt und mindestens vier davon mit einem minimalen Arbeitspensum von 50 Prozent im Berufsfeld Betreuung gesammelt hat, kann sich beim kantonalen Amt für Berufsbildung für das Qualifikationsverfahren (Abschlussprüfung) anmelden (Art. 17 Abs. 2 Bildungsverordnung Fachfrau/Fachmann Betreuung). Je nach Kanton bestehen unterschiedliche Möglichkeiten, sich die erforderlichen Kenntnisse anzueignen. Das kantonale Berufsbildungsamt sowie die öffentliche Berufsberatung können weitere Auskünfte geben.

3. Validierung

Das Validierungsverfahren bietet die Möglichkeit, das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ) ausserhalb der regulären Qualifikationsverfahren zu erwerben. Voraussetzung dafür sind mindestens fünf Jahre Berufserfahrung. Bereits erworbene Kompetenzen werden in einem Dossier nachgewiesen. Expert/innen vergleichen dieses mit dem Qualifikationsprofil Fachfrau/Fachmann Betreuung. Bei allfälligen Lücken müssen ergänzende Bildungsleistungen erbracht werden. Wenn alle Qualifikationen nachgewiesen sind, wird vom zuständigen Amt für Berufsbildung das EFZ ausgestellt.

Unterlagen zum Validierungsverfahren

SAVOIRSOCIAL hat verschiedene Dokumente für Validierungsverfahren Fachfrau/Fachmann Betreuung erarbeitet. Zum einen geben sie Hilfestellung in der Überprüfung der vorhandenen Kompetenzen, zum anderen enthalten sie Empfehlungen zur Beurteilung der Dossiers.

Dokumente:

Weitere Informationen zum Berufsabschluss für Erwachsene:

Fachfrauen/Fachmännern Betreuung stehen vielseitige Weiterbildungsmöglichkeiten offen. Die höheren Fachschulen bieten interessante Bildungsgänge an, in denen vertiefte und erweiterte Kompetenzen erworben werden:

Wer einige Jahre Berufserfahrung gesammelt hat, kann sich mit einer Berufsprüfung spezialisieren:

Einen Überblick über alle Ausbildungen im Sozialbereich gibt die Bildungssystematik.

Hier finden sich alle wichtigen Informationen für Personen, welche die berufliche Grundbildung zum/zur Fachfrau/ Fachmann Betreuung absolvieren.

Die Lohnempfehlungen von SAVOIRSOCIAL für Lernende im Beruf Fachfrau/Fachmann Betreuung können hier heruntergeladen werden:

Das Ausbildungshandbuch ist in der Praxis unentbehrlich. Der Ordner enthält Hinweise zur Ausbildung im Betrieb, den Modelllehrgang für die entsprechende Fachrichtung, Vorlagen für die Lerndokumentation und den Bildungsbericht sowie die relevanten gesetzlichen Grundlagen. Damit liefert das Ausbildungshandbuch alle wichtigen Unterlagen und Informationen für die Berufsbildner/innen und Lernenden. Es ist übersichtlich in Register gegliedert und lässt Platz für eigene Ergänzungen. Das Ausbildungshandbuch kann im Online-Shop bestellt werden.

Die überbetrieblichen Kurse (üK) sind neben dem Lehrbetrieb und der Berufsfachschule der dritte Lernort. In den üK werden Erfahrungen reflektiert und übergreifende Themen behandelt. In der dreijährigen Grundbildung finden die überbetrieblichen Kurse an 20 Tagen statt, in der verkürzten Grundbildung an 16 Tagen. Die Themen der überbetrieblichen Kurse finden sich im Bildungsplan Teil D.

Die üKs werden in den Kantonen durch die kantonalen Organisationen der Arbeitswelt Soziales durchgeführt.

Dokumente:

Zuständig für das Qualifikationsverfahren (QV) in einem Kanton sind die Chefexperten/-innen.

Das Qualifikationsverfahren besteht aus drei Teilprüfungen:

Die Praktische Prüfung wird als VPA (Vorgegebene Praktische Arbeit) oder als IPA (Individuelle Praktische Arbeit) durchgeführt. Die Prüfungsform geben die Kantone bekannt.

Die Prüfung der Berufskenntnisse dauert vier Stunden. Die Berufskenntnisse werden schriftlich und mündlich geprüft.

Die Prüfung der Allgemeinbildung wird durch die Berufsfachschulen durchgeführt.

Weitere Dokumente:

Die Prüfungsfragen aus dem Qualifikationsverfahren werden jeweils im Herbst des darauffolgenden Jahres zur Veröffentlichung frei gegeben und den Lernenden zu Übungszwecken zur Verfügung gestellt. Auf Anfrage erhalten die Berufsfachschulen die Antworten zu den Prüfungsfragen. Für die Lernenden sind die Lösungen nicht direkt zugänglich.

Untenstehend sind die Fragen ab dem Jahr 2014 (handlungskompetenz-orientierte Methode) abrufbar. Wer sich für die älteren Versionen interessiert, kann sich an die Geschäftsstelle von SAVOIRSOCIAL wenden.

Allgemeine Berufskenntnisse schriftlich

  • Begleiten, Betreuen im Alltag: 2014 / 2015 / 2016 /2017
  • Mensch und Entwicklung / Kommunikation und Zusammenarbeit: 2014 / 2015 / 2016 / 2017
  • Berufsrolle und Ethik / Organisation, Rahmenbedingungen / Arbeitstechniken und Qualität: 2014 / 2015 / 2016 / 2017

Spezifische Berufskenntnisse schriftlich

Hier finden sich alle wichtigen Informationen rund um die berufliche Grundbildung Fachfrau/Fachmann Betreuung. Sie richten sich an Fachpersonen wie Berufsbildende, Lehrpersonen oder Berufsberatende.

Aktueller Hinweis:
Zurzeit werden die Bildungsunterlagen Fachfrau/Fachmann Betreuung revidiert. Mehr Informationen dazu

Angehende Fachfrauen/Fachmänner Betreuung in der Ausbildung zu begleiten, ist eine spannende und verantwortungsvolle Aufgabe: Die Berufsbildner/innen sind die wichtigsten Ansprechpersonen für die Lernenden im Betrieb. Sie erstellen den individuellen Bildungsplan anhand des Modelllehrgangs und begleiten und qualifizieren die Lernenden mithilfe der Lerndokumentation und des Bildungsberichts. Alle Unterlagen dazu finden sich im Ausbildungshandbuch (vgl. unten).

Wer Berufsbildner/in sein möchte, muss bestimmte Anforderungen erfüllen.

Arbeitsinstrumente:

Hinweis: Die Arbeits- und Projektdokumentationen werden in einer ungeschützten Word-Version zur Verfügung gestellt. Es wird aber gebeten, keine inhaltlichen Änderungen am Formular vorzunehmen.

Dokumente:

Das Ausbildungshandbuch ist für die Begleitung von Lernenden unentbehrlich. Der Ordner enthält Hinweise zur Ausbildung im Betrieb, der Modelllehrgang für die entsprechende Fachrichtung, Vorlagen für die Lerndokumentation und den Bildungsbericht sowie die relevanten gesetzlichen Grundlagen. Damit liefert das Ausbildungshandbuch alle wichtigen Unterlagen und Informationen für die Ausbildungsverantwortlichen und Lernenden. Es ist übersichtlich in Register gegliedert und lässt Platz für eigene Ergänzungen.

Das Ausbildungshandbuch kann online bestellt werden.

Hier finden sich die Kontakte zu den Chefexpert/innen:

Hier finden sich alle Dokumente zum aktuellen Qualifikationsverfahren zum Herunterladen.

Wegleitung zum QV Fachfrau/-mann Betreuung:

Dokumente zur Individuellen Praktischen Arbeit IPA:

Die wichtigsten Vereinfachungen für die IPA 2019 finden sich hier.

Dokumente zur Vorgegebenen Praktischen Arbeit VPA 2019:

Dokumente zur Prüfung Berufskenntnisse mündlich:

Dokumente für die deutschsprachigen Kandidaten aus dem Kanton Freiburg

Hilfestellung für Berufsbildende:

Beispiele zum Arbeitsplan/Arbeitsjournal

Beispiele zur Dokumentation

SAVOIRSOCIAL hat Musteraufgaben für alle drei Fachbereiche für die IPA Fachfrau/Fachmann Betreuung erarbeitet. Sie sollen den Berufsbildner/innen als idealtypische Beispiele und als Inspiration für das Erstellen von eigenen IPA-Aufgaben dienen:

Zur Bewertung der IPA wurden mit Unterstützung der ZODAS sowie der Verantwortlichen von PkOrg Beurteilungskriterien erstellt:

In den Prozess der Entwicklung des Qualifikationsverfahrens sind auf nationaler Ebene verschiedene Akteure involviert:

Die Verordnung über die berufliche Grundbildung und der Bildungsplan Teil D bilden die gesetzlichen Grundlagen der überbetrieblichen Kurse. Trägerin der überbetrieblichen Kurse Fachfrau/Fachmann Betreuung ist SAVOIRSOCIAL. Zu diesem Zweck hat SAVOIRSOCIAL das Rahmenprogramm für die überbetrieblichen Kurse sowie das Reglement überbetriebliche Kurse Fachfrau/Fachmann Betreuung erlassen und eine Aufsichtskommission sowie regionale Kurskommissionen eingesetzt.

Aufsichtskommission

Die Aufsichtskommission erlässt und revidiert bei Bedarf das Rahmenprogramm für die überbetrieblichen Kurse auf der Basis der gesetzlichen Grundlagen und bezieht dabei die Anliegen der nationalen Branchenverbände, der Kurskommissionen sowie der Anbieter von überbetrieblichen Kursen mit ein. Weiter stellt sie die Koordination sowie den Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den verschiedenen Kurskommissionen und den Anbietern von überbetrieblichen Kursen sicher. Sie unterstützt die Kurskommissionen bei der Überwachung der Kurstätigkeit, veranlasst bei Bedarf die Weiterbildung der Kursleitenden und erstattet Bericht über ihre Tätigkeit zuhanden des Vorstandes von SAVOIRSOCIAL.
Die Aufgaben der Aufsichtskommission werden bis Ende der Revisionsarbeiten (ca. 2021/22) von den Mitgliedern von SAVOIRSOCIAL in der SKBQ Fachfrau/-mann Betreuung  übernommen.

Kurskommissionen

Die Kurskommissionen erarbeiten – basierend auf dem Rahmenprogramm – zusammen mit den Anbietern der überbetrieblichen Kurse das Kursprogramm, die Stundenpläne sowie Kostenvoranschläge und Abrechnungen. Zudem bestimmen sie die Kursleitenden, stellen die notwendigen Einrichtungen bereit, legen die überbetrieblichen Kurse zeitlich fest, sorgen für die Koordination der Kurse mit Berufsschulen und Lehrbetrieben etc.

Dokumente:

Das Lehrmittel unterstützt die Lernenden beim Erarbeiten der Lerninhalte an der Berufsfachschule. Es kann beim Verlag Careum bestellt werden.

Das Lehrmittel ist auch als E-Book erhältlich. Es kann unter der Nummer +41 43 222 51 50 oder per Email an verlag@careum.ch bestellt werden.

Der Careum Verlag stellt den Berufsbildenden eine Übersicht zur Verfügung, wo die Leistungsziele den Themeneinheiten im Lehrmittel zugeordnet sind.

Lernende auszubilden, ist eine Investition in die Zukunft. Dies gilt auch für die Ausbildung Fachfrau/Fachmann Betreuung. In Frage kommen dafür je nach Fachrichtung zum Beispiel Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen, Kindertagesstätten, schulische Tagesstrukturen, Altersheime, Spitäler etc.

Damit ein Betrieb Lernende ausbilden darf, muss er gewisse Voraussetzungen erfüllen. Diese sind in der Verordnung über die berufliche Grundbildung Fachfrau/Fachmann Betreuung in Abschnitt 6 formuliert. Das zuständige kantonale Berufsbildungsamt erteilt die Ausbildungsbewilligung.

Dokumente:

Prüfungsexpert/innen nehmen schriftliche und mündliche Prüfungen ab und besuchen die Lernenden während der IPA in den Betrieben. Für die Aus- und Weiterbildung der Prüfungsexpertinnen und Prüfungsexperten stellt das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) ein umfangreiches Kursangebot bereit.