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Abgeschlossene Projekte

Hier finden sich Informationen zu ausgewählten, bereits abgeschlossenen Projekten von SAVOIRSOCIAL.

Fachkräftestudie

Vertiefungsstudie zum Fachkräfte- und Bildungsbedarf für soziale Berufe in ausgewählten Berufsfeldern des Sozialbereichs

Bis ins Jahr 2024 werden in den Arbeitsfeldern Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigungen und Betreuung von Menschen im Alter rund 45’000 bis 59’000 zusätzliche Fachpersonen benötigt. Dies zeigt die Studie „Fachkräfte- und Bildungsbedarf für soziale Berufe in ausgewählten Berufsfeldern des Sozialbereichs“ von SAVOIRSOCIAL. In den nächsten acht Jahren müssen mehrere Tausend zusätzliche Ausbildungsplätze für soziale Berufe geschaffen werden, damit der qualifizierte Berufsnachwuchs und die Qualität der Angebote gesichert bleiben.
Die sozialen Berufe verzeichneten in den letzten 20 Jahren ein überdurchschnittliches Beschäftigungswachstum von jährlich rund 5%. Allein in den drei Arbeitsfeldern Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigungen und Betreuung von Menschen im Alter üben heute rund 97’000 Personen einen sozialen Beruf aus. Unter den Beschäftigten finden sich überdurchschnittliche viele Frauen (Frauenanteil: 81%) und jüngere Personen (35% der Personen sind unter 30jährig) sowie relativ wenige Ausländer/innen (Ausländeranteil: 12%). Die Teilzeiterwerbsquote ist vergleichsweise hoch (64%), ebenso der Anteil von Beschäftigten ohne berufsspezifische Ausbildung (je nach Beruf bis zu 30%).

Zusätzlicher Fachkräftebedarf bis 2024
2015 hatte rund die Hälfte (47%) der befragten Betriebe mit Problemen bei der Personalrekrutierung zu kämpfen. Gemäss der Studie werden für die zwölf erfassten sozialen Berufe in den nächsten acht Jahren rund 45’000 bis 59’000 zusätzliche Fachkräfte benötigt. Diese Nachfrage wird zu einem grossen Teil mit den neuen inländischen Berufs- und Studienabgänger/innen gedeckt werden können. Gleichzeitig bleibt die Sozialbranche auf ausländische Fachkräfte angewiesen.

Erhöhter Ausbildungsbedarf
Ein erhöhter Ausbildungsbedarf besteht insbesondere bei den stark nachgefragten sozialen Berufen Assistent/in Gesundheit und Soziales, Fachfrau/Fachmann Betreuung, Sozialpädagoge/in und bei Führungspersonen. Bei gleichbleibender Qualifikationsstruktur müssen für diese sozialen Berufe in den drei Arbeitsfeldern bis 2024 rund 5’700 Personen zusätzlich ausgebildet werden.
Ein beträchtlicher Teil der Beschäftigten verfügt 2015 über keine berufsspezifische Ausbildung. Eine veränderte Qualifikationsstruktur, d.h. der Ersatz der unausgebildeten Beschäftigten durch ausgebildetes Personal, würde den zusätzlichen Ausbildungsbedarf auf insgesamt rund 15’100 Personen erhöhen.

Förderung der Ausbildung in sozialen Berufen
SAVOIRSOCIAL ruft deshalb die nationale und kantonale Politik dazu auf, für geeignete Rahmenbedingungen und genügend finanzielle Mittel zur Bereitstellung der notwendigen Ausbildungsplätze zu sorgen, damit der qualifizierte Berufsnachwuchs auch langfristig gesichert bleibt.

SAVOIRSOCIAL selbst wird folgende Massnahmen prioritär angehen:

Berufsabschluss für Erwachsene fördern
Den unausgebildeten Beschäftigten soll vermehrt die Möglichkeit geboten werden, einen Berufsabschluss nachzuholen. SAVOIRSOCIAL wird seine Berufsmarketingmassnahmen ausbauen und sich verstärkt für erwachsenengerechte Berufsbildungsangebote in den sozialen Berufen engagieren.

Einstieg in die beruflichen Grundbildungen erleichtern
Für Schulabgänger/innen ist es noch immer äusserst schwierig, direkt im Anschluss an die obligatorische Schule in eine berufliche Grundbildung als Fachfrau/Fachmann Betreuung einzusteigen. SAVOIRSOCIAL hat im Herbst 2016 einen nationalen Runden Tisch zum Abbau der Einstiegshürden einberufen.

Datenlage zu den Ausbildungs- und Berufsverläufen verbessern
Noch gibt es keine Erklärung dafür, warum die Berufsabwanderungsquote bei den sozialen Berufen höher ist als in anderen Berufen. SAVOIRSOCIAL hat deshalb das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung EHB mit einer Studie zu den Ausbildungs- und Berufsverläufen der verschiedenen Berufsgruppen im Berufsfeld Soziales beauftragt.

Mehr Informationen dazu

Die Fachkräftestudie wurde von der Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren SODK sowie vom Sekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI verdankenswerterweise finanziell unterstützt.

Dokumente:

Aktualisiert: Februar 2018

Projekt Berufsfeld- und Bedarfsanalyse Arbeitsintegration

Wegweisender Entscheid betreffend Anpassung der Berufsbildungslandschaft im Berufsfeld Arbeitsintegration im Januar 2018

Die drei Vorstände von SAVOIRSOCIAL, des Schweizerischen Trägervereins höhere Fachprüfung Arbeitsagogik (HFP AA) und der Schweizerischen Plattform der Ausbildungen im Sozialbereich SPAS haben im Dezember 2017 grünes Licht zur Ausarbeitung eines neuen Berufsbildungsangebotes auf Stufe Berufsprüfung für die Bereiche «Arbeitsagogik» und «Job Coaching» gegeben. Sie sind damit den Empfehlungen der Projektgruppe und ihren Delegationen gefolgt.
Die Weiterarbeit an den zwei Qualifikationsprofilen «Arbeitsagogik» und «Job Coaching» wird zeigen, ob eine Berufsprüfung mit zwei Fachrichtungen oder zwei getrennte Berufsprüfungen geschaffen werden sollen. Dafür wurde ein Nachfolgeprojekt ins Leben gerufen.

Die Einführung dieses zusätzlichen Berufsbildungsangebots wird mittelfristig zur Auflösung der höheren Fachprüfung Arbeitsagogik führen. Der Bildungsgang HF könnte sich dabei als Alternative zur höheren Fachprüfung anbieten. Dieser wird in der Westschweiz seit Längerem mit grossem Erfolg durchgeführt. Der dazugehörige Rahmenlehrplan HF wird aktuell im Rahmen des Projektes «Grosse Revision der Rahmenlehrpläne HF im Sozialbereich» von SAVOIRSOCIAL und SPAS überarbeitet. Damit ist die Chance gegeben, diesen Rahmenlehrplan noch besser auf die Bedürfnisse der Deutschschweizer Institutionen im Berufsfeld Arbeitsintegration abzustimmen. Mit diesen Anpassungen wird für das Berufsfeld Arbeitsintegration mittelfristig eine schweizweit einheitliche Bildungssystematik möglich.

Planung zur Ausarbeitung der Prüfungsordnung und Wegleitung für das neue Berufsbildungsangebot wird umgehend aufgenommen
SAVOIRSOCIAL wird nun zusammen mit ECTAVEO die Planung der weiteren Arbeiten zur Ausarbeitung der Prüfungsordnung/en und Wegleitung/en für das neue Berufsbildungsangebot aufnehmen. Sobald Projektorganisation und -planung feststehen, wird SAVOIRSOCIAL auf ihrer Website über den weiteren Fahrplan informieren. Weitere brancheninterne Anhörungen zu der/den erwähnten Prüfungsordnung/en und Wegleitung/en sowie zu den revidierten Rahmenlehrplänen HF im Sozialbereich sind vorgesehen. Damit werden alle Mitglieder- und ausgewählte Partnerorganisationen ein weiteres Mal die Gelegenheit erhalten, zu den entsprechenden Bildungsgrundlagen vor deren Inkraftsetzung Stellung zu beziehen.

Bei der Erarbeitung des neuen Berufsbildungsangebotes gilt es, folgende Aspekte besonders zu berücksichtigen
Die Projektgruppe und Delegationen von SAVOIRSOCIAL, SPAS und HFP AA haben in ihren Empfehlungen zuhanden der drei Vorstände darauf hingewiesen, dass bei den anstehenden Arbeiten insbesondere folgende Punkte zu beachten sind:

  • Überarbeitung der beiden Qualifikationsprofile «Job Coaching» und «Arbeitsagogik» hinsichtlich ihrer Breite (Handlungskompetenzbereiche und Anzahl Arbeitssituationen) und Tiefe (Anforderungen innerhalb einer Arbeitssituation) auf Basis der inhaltlichen Rückmeldungen aus der Anhörung
  • Schaffung von zwei klar unterscheidbaren Qualifikationsprofilen
  • Abstimmung der zwei Qualifikationsprofile auf das Profil «sozialpädagogische Werkstattleitung HF» mit verstärkter Integration der Deutschschweiz in die Überarbeitung des entsprechenden Rahmenlehrplans
  • Diskussion einer möglichen Anerkennung der diplomierten Arbeitsagog/innen als diplomierte sozialpädagogische Werkstattleiter/innen HF (Gleichwertigkeit)
  • Überprüfung der in der brancheninternen Anhörung verwendeten Berufsbezeichnungen «Arbeitsagoge/in mit eidgenössischem Fachausweis» bzw. «Job Coach mit eidgenössischem Fachausweis», insbesondere mit Blick auf eine Abstimmung mit den aktuell existierenden Berufsbezeichnungen der höheren Fachprüfung Arbeitsagogik bzw. beim Bildungsgang sozialpädagogische Werkstattleitung HF.

Die Delegation weist zudem auf die grosse Bedeutung einer transparenten und zeitnahen Projektinformation und des Einbezugs der für die Berufsfelder Arbeitsagogik und Job Coaching wesentlichen Akteure hin. SAVOIRSOCIAL wird all diese Aspekte in die weiteren Arbeiten miteinbeziehen.

Vorgeschichte:

Die im Dezember 2017 von den drei Vorständen getroffenen Entscheide und die Empfehlungen von Projektgruppe und Delegationen basieren auf der Berufsfeld- und Bedarfsanalyse Arbeitsintegration der Jahre 2015 – 2017. Diese fand in drei Etappen statt:

1. Projektphase 2015: Abklärung Berufsprofil «Arbeitsintegration»:
2015 beauftragte der Schweizerische Trägerverein für die höhere Fachprüfung Arbeitsagogik die Firma Ectaveo, Zürich, in Zusammenarbeit mit Branchenvertretern die inhaltlichen Grundlagen zur Klärung der Frage nach einer möglichen Berufsprüfung „Arbeitsintegration“ zu erarbeiten. Auf Basis einer mit Praxisvertreter/innen aus dem Berufsfeld erstellten Tätigkeitsanalyse wurde ein Berufsprofil „Arbeitsintegration“ erstellt. Dabei zeigte sich, dass ein solches Berufsprofil Überschneidungen mit der bereits bestehenden höheren Fachprüfung Arbeitsagogik aufweist.

2. Projektphase 2016: Abklärung Berufsprofil «Job Coaching»:
2016 mandatierte SAVOIRSOCIAL – nach entsprechenden Entscheiden der oben erwähnten drei Organisationen – die Firma Ectaveo damit zu prüfen, ob sich für den Bereich «Job Coaching» ebenfalls ein Berufsprofil erarbeiten lässt. Anhand desselben methodischen Vorgehens wurde ein Berufsprofil «Job Coaching» entwickelt. Dieses Berufsprofil zeigt gewisse inhaltliche Überlappungen mit dem oben aufgeführten Berufsprofil «Arbeitsintegration» auf. Zudem zeigte sich, dass die Bezeichnung des Berufsprofils «Arbeitsintegration» unpassend ist und präziser mit dem Begriff der «Arbeitsagogik» gefasst werden kann.

3. Projektphase 2016 – Ende 2017: Bedarfsabklärung, Durchführung und Auswertung brancheninterne Anhörung

Im November 2016 fand ein Workshop mit Leitungspersonen und Ausbildungsverantwortlichen von Betrieben im Berufsfeld Arbeitsintegration statt.
Das Fazit dieses Workshops ist in der Information zur ersten brancheninternen Anhörung im Rahmen des Projekts ‚Berufsfeld- und Bedarfsanalyse Arbeitsintegration‘ zusammengefasst. Das grundsätzlich positive Feedback zu den zwei erarbeiteten Qualifikationsprofilen «Arbeitsagogik» und «Job Coaching» war die Voraussetzung dafür, dass die Vorstände von SAVOIRSOCIAL, SPAS und HFP AA der Eröffnung der brancheninternen Anhörung zu den Profilen und zu möglichen Positionierungsvarianten zugestimmt haben.

Zwischen März und Juni 2017 führte SAVOIRSOCIAL bei ihren Mitglieder- und Partnerorganisationen eine brancheninterne Anhörung zu den zwei Qualifikationsprofilen sowie zu möglichen Positionierungen derselben innerhalb der Berufsbildungssystematik. Insgesamt haben 18 Mitglieder- und Partnerorganisationen von SAVOIRSOCIAL sowie verschiedene Einzelinstitutionen und weiteres Gremium an dieser Anhörung teilgenommen. Die inhaltlichen Rückmeldungen zu den Profilen wurden von der Projektgruppe im Sinne eines ersten Fazits in deren oben erwähnten Empfehlung zuhanden der drei Vorstände eingeflochten. Die detaillierte Prüfung dieser Rückmeldungen erfolgt bei der nun anstehenden Überarbeitung der zwei erwähnten zwei Qualifikationsprofile. Bei der unten aufgeführten quantitativen Auswertung der Stellungnahmen wurden nur die eingeladenen Organisationen berücksichtigt.

Projektdauer: 2015-2017

Externe Projektleitung: Ectaveo, Zürich

Projektzuständige bei SAVOIRSOCIAL: Karin Fehr und Fränzi Zimmerli

Hier finden sich weitere Informationen zum Projekt:

Stand: Januar 2018

2. Konferenz Kindererziehung HF

Gemeinsam mit kibesuisse organisierte SAVOIRSOCIAL am Freitag, 19. Mai 2017 die zweite Konferenz Kindererziehung HF in Zürich. Dieses Mal fokussierte sich das Programm auf den konkreten Einsatz der diplomierten Kindererzieher/innen HF in der Praxis. In Fachreferaten und Vertiefungsworkshops wurde aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, was ein guter Personalmix ausmacht, wie die Begleitung der Studierenden gestaltet werden kann und welche Kosten-Nutzen-Überlegungen zentral sind. Ziel war es, das Berufsbild dipl. Kindererziehung HF in den Betrieben zu verankern, in dem Rahmenbedingungen erläutert und Umsetzungsbeispiele aufgezeigt werden.

Die Tagung richtete sich an alle Akteur/innen, die im Bereich der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung tätig sind: Dazu gehörten Leitungspersonen und Ausbildungsverantwortliche von Kindertagesstätten und schulischen Tagesstrukturen, Vertreter/innen von kommunalen und kantonalen Fachstellen, (angehende) Berufsleute sowie Fachpersonen aus den Organisationen der Arbeitswelt, den Höheren Fachschulen und den Berufsberatungsstellen.

Weitere Informationen zur Konferenz finden Sie hier:

Fachtagung: Geschlechterbalance in Kitas & Co.

Am 30. November 2016 hat SAVOIRSOCIAL gemeinsam mit kibesuisse und männer.ch die Fachtagung „Geschlechterbalance in Kitas &  Co.“ durchgeführt. Es haben sich 120 Fachleute mit der Frage auseinandergesetzt, wie mehr Vielfalt und eine bessere Geschlechterbalance in der professionellen Kinderbetreuung erreicht werden kann und welche Massnahmen am besten wirken.

Weitere Informationen zur Tagung finden Sie hier:

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